Dienstag, 9. Juli 2019

Die Herzen bewegt


Hurra, nun haben wir also den Auftritt geschafft, auf den wir seit vielen Wochen hinarbeiteten: Am zurückliegenden Sonntag spielten wir im fast voll besetzten Festsaal des Pfaffenhofener Rathauses unser Schlagerkonzert.

Wenn man hinterher die zahlreichen Dinge bedenkt, die hätten schiefgehen können – darunter viele, auf die man gar keinen Einfluss hatte – wird man ziemlich dankbar, ja demütig:

So erschien am Mittwoch vorher doch tatsächlich noch der lang ersehnte Ankündigungs-Artikel im Pfaffenhofener Kurier, sogar mit Bild (glücklicherweise brüten derzeit kaum noch Amselpärchen). Und heute brachte das Lokalblatt eine sehr lobende, wenngleich im Detail nicht immer korrekte Kritik zu unserem Auftritt – sogar wieder mit Bild! Nun gut – das Foto hatte eher Briefmarkengröße, im Gegensatz zur darüber in zehnfachem Format abgebildeten orientalischen Tänzerin vor dem Pfaffenhofener Rathaus. Aber klar: Solche Einblicke hatten wir nicht zu bieten – ich sollte das Thema mal bei unseren Musikerinnen ansprechen…

Man kann den Artikel auch online lesen (hier mit größerem Bild):

Und entgegen unseren Befürchtungen erschien wirklich eine Stunde vorher ein Vertreter der Stadt, um die Abendkasse zu übernehmen – und dabei erfuhren wir doch tatsächlich schon, dass bereits 80 Karten im Vorverkauf bestellt waren (solche Daten sind einige Tage vorher unmöglich zu erhalten) – so dass wir insgesamt über 100 Zuschauer hatten. Wie schön! Dann hatte sich doch auch der Druck von 40 Programmheften gelohnt.

Warum man jedoch in Pfaffenhofen keinen Gastronomen findet, der sich willens zeigt, Konzertbesucher in der Pause mit Flüssigem zu versorgen, ist mir ein Rätsel. So blieb mir nichts anderes übrig, als in meiner Pausenansage auf die hervorragende Eisdiele hinter dem Rathaus aufmerksam zu machen und amüsiert zu beobachten, wie ganze Gästekolonnen mit Bollentüten in der Hand an uns vorbei promenierten. Ich hätte Provision verlangen sollen!  

Kaum ein Besucher macht sich den Logistik-Aufwand klar, der hinter einem solchen Konzert steckt: Allein die Zauberutensilien plus Verstärkeranlage für die Gesangsmikrofone füllten zwei Pkws, deren Inhalt wir in den 2. Stock des Rathauses zu transferieren hatten – inklusive Anmarsch vom Parkplatz aus, da wir wegen der Fußgängerzone nicht direkt vor die Tür fahren konnten.

Dazu dann die einzige Gesamtprobe mehrere Stunden vor dem Konzert – die Musiker haben natürlich alle ihre eigenen Termine und kommen teilweise von Weither, es war also unmöglich anders zu schaffen! Inklusive der Fahrzeit waren die Mitwirkenden an diesem Sonntag um die 10 Stunden auf den Beinen – auch das muss man erstmal hinbekommen…

Worüber wir uns alle einig waren: Es ist ein Riesen-Vorteil, wenn man ein Programm öfters (wenn auch in nicht immer identischer Besetzung) spielen darf. Man kann immer mehr auf die vielen Details achten, die eine Vorstellung insgesamt attraktiver machen. Die nunmehr fünfte Version unseres Schlagerkonzerts, das möchten wir mit Stolz behaupten, war sicherlich die bislang beste!

Dass wir immer wieder zu Engagements kommen, ist vor allem unserem rührigen Impresario Hartwig Simon zu verdanken, der auch die Arrangements bearbeitet und sich nicht zu schade ist, vor den meisten Auftritten tausende Flyer in den lokalen Briefkästen zu deponieren. Ach ja – Fagott spielt er auch noch!

Ich gestehe aber, dass ich hinsichtlich der Musik anfangs schon skeptisch war: Ein Salon-Ensemble, das sich an den Beatles, ABBA oder Rod Stewart versucht, sich an Swing-Legenden wie „Strangers in the night“ herantraut, Grand Prix-Siegertitel wie „Hallelujah“ oder „Ein bisschen Frieden“ intoniert oder den Elvis-Welterfolg Can’t help falling in love” im Programm hat?

Zunächst einmal sind das Stücke, die man – obwohl sie jeder kennt – derzeit eher selten geboten bekommt. Es war dem Publikum anzumerken, dass es diesen Ausflug in Nostalgie sehr genoss.

Weiterhin geben wir gerne zu, keine international agierende Profi-Showband zu sein – sonst hätten die Karten auch mindestens 30 Euro kosten müssen. Die Mitwirkenden verfügen jedoch alle über eine solide Ausbildung (teilweise ein Musikstudium) und langjährige Spielpraxis. Dennoch: Reich wird mit solchen Auftritten mit Sicherheit keiner.

Das Programm des Salon-Ensembles Ingolstadt lautet Vielfalt – Spezialisten und Puristen müssen draußen bleiben. Kein Jazzfan wird sich in unsere Konzerte verirren, nur weil wir „All of me“ spielen – da fehlt schon mal das Schlagzeug. Und reine Beatles-Anhänger würden in der Salon-Besetzung (die ja kein Geheimnis ist) eindeutig die E-Gitarren vermissen. Wir sind keine Revival-Band, sondern erlauben uns, die Stücke in unserer Interpretation zu liefern.

Letztlich begegnet uns gelegentlich das Schubladen-Denken, das ich vom Tango zur Genüge kenne: Alles außer den „Gran Orquestas“ der 1940-er Jahre ist eben „nicht authentisch“. Na gut, wer’s braucht…

Ich habe bereits vor 30 Jahren beim Zaubern festgestellt, dass ich beim Laien-Publikum ganz gut ankomme (sogar einmal einen Wettbewerb gewonnen habe, als man normale Zuschauer abstimmen ließ), Experten jedoch meine Darbietungen eher furchtbar fanden. Als ich mich vor einigen Jahren anlässlich des Erscheinens meines Zauber-Buches in einem magischen Forum anmeldete, wurden meine Beiträge wiederum von Kollegen heftig verrissen – inzwischen in einer der Internet-Kommunikation geschuldeten Bösartigkeit.

Daher steht für mich seit langer Zeit felsenfest: Ich kümmere mich ausschließlich darum, wie meine Moderation, meine Zauberkunststücke bei „normalen“ Zuschauern ankommen. Fachleute sind meist nicht mehr in der Lage, sich in deren Perspektive hineinzuversetzen. Und klar – der eigene „Expertenruhm“ steigt natürlich proportional zur Kritik, mit der man Kollegen überzieht. Daher sind mir solche Beurteilungen piepegal.

Ich bedanke mich jedenfalls herzlich bei meinen Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne, von denen ich bewusst niemand hervorheben will – sie alle haben sich toll in den „Drive“ hineingesteigert, den solche Musik benötigt. So entstanden „Gänsehaut-Momente“ wie vor der Pause die Interpretation von „My Way“ oder das abschließende Knef-Chanson „Für mich soll’s rote Rosen regnen“, zu dem ich mit vielen Blumen dieser Art etwas Poesie liefern durfte.

Wenn ich am Schreibtisch sitze und einen Programmablauf plane, ist mein Ziel stets, das Publikum emotional zu erreichen. Musik, Text und Zauberei können technisch noch so gut sein – nur wenn sie „über die Rampe“ kommen, ihren Weg in die Seele der Zuschauer finden, hat man es geschafft.

Von meinem großen Vorbild Marvelli stammt der Satz, die Magie sei eine Kunst, „die den Verstand stillstehen lässt, aber die Herzen bewegt.“ Dies gilt ebenso für die Musik: "All you need is love".

Ich glaube, es gab am vergangenen Sonntag viele solcher Momente. Und die lassen alle Mühen vergessen.

v.l.n.r.: Gabi Klaschka-Mamikonian, Swetlana Gilman, Hartwig Simon, Gerhard Riedl, Stephanie Fischer, Dr. Stefanie Geith, Annerose Bayerle-Schöffel, Rudolf Eduard Laué, Karin Law Robinson-Riedl

P.S. Vom Harfen-Duo Laura Oetzel und Daniel Mattelé erschien gerade ein hervorragender Artikel, der sich mit der Welt hinter den Kulissen" beschäftigt:
https://www.dasharfenduo.de/wordpress/harfenduo/hinter-den-kulissen/

Sonntag, 30. Juni 2019

Publikums-Beschimpfung


Das Publikum fühlt sich am wohlsten, wenn eine Mittelmäßigkeit zu ihm redet.
(Oscar Wilde)

Wer „nur“ zaubert oder – wie ich seit längerer Zeit zunehmend – mit Musikern zusammen auftritt, sollte wissen: Es gibt zwei grundlegend verschiedene Arten von Auftritten.

Im einen Fall kommen die Zuschauer, weil sie genau diese Künstler, dieses Programm erleben wollen. Meistens mussten sie dafür Eintritt bezahlen. Fast immer verfolgen sie dann die Vorstellung ruhig und konzentriert. Man hat die Chance, wirklich nach der eigenen Leistung beurteilt zu werden – ist man also gut genug, erhält man großen Beifall und herzliche Zuwendung. Und wenn nicht, liegt es an einem selber.

Die andere Möglichkeit besteht darin, dass ein Veranstalter meint, das Programm könnte für seinen Event passen. Die Gäste haben oft keine Ahnung davon (wird ja teilweise als „Überraschung“ geplant) und sehen sich plötzlich irgendeiner Performance ausgesetzt. Das Risiko ist groß, dass einige oder gar viele mit dem Auftritt wenig bis nichts anfangen können – ist halt nicht ihr Geschmack. Oder, noch schlimmer, sie hatten sich vor allem auf ein opulentes Essen, einen gemütlichen Ratsch gefreut – und nun das!

Manchmal hat man dann von vornherein den Eindruck, von einem (manchmal sehr großen) Teil des Publikums geradezu ignoriert zu werden. Selbst simple Blickkontakte kommen nicht zustande. Da wird fröhlich geplaudert, gegackert und gelacht. Mikrofone helfen nur bedingt – dann muss man halt noch lauter schreien, damit der Gesprächspartner einen versteht. Und man darf sich auch gerne auf Beschwerden einstellen, die Verstärkung würde als „zu laut“ empfunden (wohlgemerkt: nicht das Gequatsche im Publikum)…

Wer, wie ich – als Zauberer und Moderator – mit Texten arbeitet, den trifft es natürlich besonders hart: Die müssten die Leute ja zunächst verstehen, um sie dann eventuell zu kapieren. Man kann ja nicht, wie die Musiker, sein Programm einfach runterspielen – komme, was da wolle.

Aber selbst bei denen merke ich dann, dass ihre Stücke nicht so frei und inspiriert klingen wie sonst. Klar – die ganzen Störfaktoren sind absolute Konzentrations-Fresser: Man kann seine Texte, die Musik nicht mehr so prägnant und locker umsetzen wie sonst, hängt stärker am Manuskript, und auch die Zaubereffekte geraten fummliger, verlieren ihren Rhythmus, ihre Eleganz.

Ich habe mich in solchen Situationen schon öfters beim Gedanken ertappt: Was tue ich mir den ganzen Scheiß überhaupt an? Interessiert doch eh keinen! Dass dies die künstlerische Ausstrahlung deutlich herunterfährt, ist klar – auch, wenn man sich natürlich bemüht, äußerlich locker und bei bester Laune zu bleiben. Und sicherlich lernt man bei jedem Auftritt etwas und sei es nur Krisen-Management...

Grundsätzlich verdienen die Zuschauer schon Verständnis: Sie sehen sich plötzlich einer Vorführung ausgesetzt, die sie nicht erwartet haben und welche vielleicht nicht ihrem Geschmack, ihren momentanen Bedürfnissen entspricht. Wie kann man dieses Dilemma auflösen?

Ich meine, es führt kein Weg an einem deutlichen Vorab-Gespräch mit dem Gastgeber vorbei. Ausgangsfrage sollte im Zweifel sein: „Glauben Sie wirklich, unser Auftritt passt für Ihr Fest?“ Eine musikalische Einlage kann man als Konzert oder Hintergrundmusik gestalten – dieser Unterschied muss von vornherein klar sein. Und ein Zauberauftritt oder eine Moderation erfordert halt stets eine gewisse Aufmerksamkeit. Punkt.

Das Problem ist nur: Das künstlerische Verständnis von Veranstaltern – und das gilt durchaus auch für manche Profis auf diesem Gebiet – passt oft in einen Fingerhut. Daher muss man in etlichen Fällen selber die Entscheidung treffen: „Unser Programm passt für Ihren Anlass leider nicht!“

Klar: Wir alle wollen lieber Vorstellungen geben als welche absagen. Daher bemühen wir uns natürlich nach Kräften, es noch irgendwie hinzukriegen. Aber ohne zumindest ansatzweise Bemühungen des Gastgebers geht es nicht. Er muss sich zu einem Lokaltermin bereitfinden, wo man zusammen die Örtlichkeiten inspiziert und alle nötigen Details bespricht.

Und gerade wenn noch weitere Darbietungen geplant sind, hat man sich auf einen halbwegs genauen Zeitplan zu verständigen. Man kann sich nämlich fest darauf verlassen: Für viele künstlerische Kollegen sind Begriffe wie „Organisation“, „Inszenierung“ oder „Regie“ wahrlich Fremdwörter. Die Feuerwehrkapelle trifft halt irgendwann ein und möchte dann sofort spielen. Wo ist das Problem? Und wie lange dauert ihr Programm? Keine Ahnung – kommt halt drauf an…

Ich habe schon Veranstalter erlebt, die es als unsägliche Zumutung empfanden, sich um die einfachsten Voraussetzungen für ein Gelingen zu kümmern, vielleicht sogar einen Mitarbeiter zur „Künstlerbetreuung“ abzustellen. Schließlich hat man den Artisten einen Auftritt ermöglicht, zahlt ihnen eventuell sogar eine Gage – den Rest sollen sie gefälligst alleine machen!

Nö, Leute, so wird das nix! Leider sind eure Gagen dann doch nicht hoch genug, dass ich – anders als die „Rolling Stones“ – einen größeren Stab von Roadies anstellen kann, die mir schon Stunden vor dem Auftritt alle Probleme aus dem Weg räumen. Dann engagiert lieber den „Akkordeon-Rudi“ oder „Fritz mit seiner singenden Säge“: Die brauchen außer Instrument, Stuhl und Notenständer höchstens noch Freibier! Vielleicht passt das auch eher zum vermutlichen Niveau des Events.

Und man könnte als Gastgeber den Programmpunkt bereits vorab veröffentlichen und auch bei der Veranstaltung ansagen – vielleicht sogar mit der Bitte, das Ganze aufmerksam zu verfolgen. Man hätte dann eher ein „Heimspiel“, als wenn einem zugemutet wird, einfach vor die nichtsahnenden Zuschauer zu treten und anzufangen. Manche Veranstalter scheuen eine Ankündigung wie der Teufel das Weihwasser. Ich werde den Verdacht nicht los, dass sie im Fall des Misslingens lieber nicht schuld sein wollen – keine Ahnung, woher diese Künstler plötzlich kamen…

Aber um noch doch noch zur „Publikums-Beschimpfung“ zu gelangen:

Sicher habe ich meine eigenen Erwartungen, wenn ich zu einer Festivität eingeladen werde. Und denen entspräche es bestimmt nicht, wenn nun plötzlich ein Chor auftreten und mich eine Dreiviertelstunde mit Gregorianischen Chorälen traktieren würde. Ich sehe dann zwei Möglichkeiten: Entweder die Veranstaltung diskret zu verlassen oder den Auftritt mit einem Minimum von Höflichkeit zu ertragen.

Was ich stattdessen schon erlebt habe, ist wahrlich unsäglich: So findet man offenbar nichts dabei, nicht nur die Vorstellung mit akustischen Immissionen zu stören, nein! Man schlendert beispielsweise knapp 50 Zentimeter vor mir vorbei, als ob da gar nichts wäre, fragt mich bei laufender Moderation, wie lange es noch dauere, ob ich mein Mikrofon nicht besser einstellen könne, oder hantiert unaufgefordert an der Lautsprecheranlage herum, weil es offenbar zu laut, zu leise oder sonst was ist. Für nicht zu dämlich hält man auch laut geäußerte Anregungen, was die Musiker stattdessen spielen sollten…

Steigt von diesen geistigen Triebtätern demnächst auch mal bei einer Faust-Inszenierung einer auf die Bühne und bittet den Mephisto, doch nicht gar so zynisch daherzureden?

Ich glaube, es fehlt manchen Zuschauern einfach das, was ich als „sozial angemessenes Verhalten“ bezeichnen möchte: Man sieht einfach keinen Unterschied mehr, ob man sich im eigenen Wohnzimmer, am Stammtisch oder auf einer mehr oder weniger öffentlichen Veranstaltung befindet. Und vor allem: Dass es sich bei den Künstlern vor ihnen nicht um digitale Bildschirm-Illusionen handelt, die man bei Bedarf wegzappen kann, sondern um lebendige Menschenwesen.

Und die haben viele Stunden, wohl sogar Tage oder Wochen, ihre Musik und Zaubereien geprobt, der Moderator hat ein Programm erstellt und Texte verfasst. Man hat seine Requisiten eingepackt, ein bis zwei Autos damit gefüllt und eine längere Anfahrt hinter sich, inklusive Transport zum Auftrittsplatz, Auspacken und Einrichten.

Wem das nicht den mindesten Respekt abnötigt, eine Vorstellung zumindest ungestört ablaufen zu lassen, eventuell sogar mit einem Minimum an Interesse, steht in seinen sozialen Begabungen noch unterhalb von Küchenschaben.

Die Rollen und Pflichten sind bei einem Auftritt klar verteilt: Damit er gelingt, müssen nicht nur die Künstler ihr Bestes geben, sondern auch Veranstalter und Publikum.

Ich fürchte, viele Verirrungen in unserer heutigen Gesellschaft wären vermeidbar, wenn man Trotteln wieder öfters sagen würde, dass sie welche sind. Daher dieser Artikel.

Und eins steht jedenfalls fest: Wir werden unser Programm nicht auf „Kufstein-Walzer-Niveau" reduzieren, weil es dann einen bestimmten Menschenschlag eher erreicht!

Ich habe fertig.

Foto: www.tangofish.de

Sonntag, 16. Juni 2019

Unser Schlagerkonzert in Pfaffenhofen


Liebe Freunde von Musik und Magie,

wir freuen uns sehr, unser Schlagerkonzert im Rahmen des „Pfaffenhofener Kultursommers“ aufführen zu dürfen!

Unter dem Titel „All you need is love“ präsentieren wir Schlager und Popsongs der 1950-er bis 80-er Jahre – also aus einer Zeit, in der die Hits noch Melodien hatten…

Oft geht es natürlich um Liebe: „Can`t help falling in love“, „Strangers in the night“, „Schöner fremder Mann“ und „Quando, quando, quando“. Auch Geschichten aus dem Alltag fehlen nicht: „Ich war noch niemals in New York“, „Knowing me knowing you“, „My Way“ oder „We are the world“.

Freuen Sie sich auf Erinnerungen an Stars wie Elvis Presley, Connie Francis, Frank Sinatra, Hildegard Knef, Udo Jürgens, die Beatles und ABBA!

Es spielt das Salon-Ensemble Ingolstadt unter der Leitung von Swetlana Gilman (Violine):

Stefanie Geith (Violine, Akkordeon)
Stephanie Fischer (Viola)
Annerose Bayerle (Klarinette, Saxofon)
Hartwig Simon (Fagott)
Gabi Klaschka-Mamikonian (Klavier)

Es singen
Karin Law Robinson-Riedl (Sopran)
Rudolf Eduard Laué (Bariton)

Moderation und Zauberei: Gerhard Riedl


Sonntag, 7. Juli 2019
20.00 Uhr
Rathaussaal, Hauptplatz 1
85276 Pfaffenhofen

Vorverkauf (12 € / erm. 9 €):

Elektro Steib GmbH, Moosburger Str. 19, 85276 Pfaffenhofen
Pfaffenhofener Kurier, Hauptplatz 31, 85276 Pfaffenhofen
Via Internet:

Restkarten an der Abendkasse (14 / 11 €)

Wir freuen uns auf einen tollen Konzertabend!

Herzliche Grüße
Gerhard

Montag, 27. Mai 2019

Den Schnabel auf!


Es hätte mich gewundert, wenn wir bei unserem Tangokonzert neulich eine andere Erfahrung gemacht hätten als schon im Juli 2017 bei der Pfaffenhofener Gartenschau. Damals gab ich – als einziger dort engagierter Zauberkünstler – zwei Vorstellungen mit Live-Musik:

Resultat: Insgesamt zirka 200 Zuschauer, keine Ankündigung im Lokalblatt (außer als Notiz im täglichen Gartenschau-Programm) und auch keinen Bericht hinterher. Da wir uns bei Pfaffenhofener Kurier beschwerten, bekam ich einige Monate später allerdings einen Artikel mit Foto über mein „Lebenswerk“

So machten wir uns auch diesmal keine Hoffnungen auf eine größere Begleitung durch die Presse. Auch das Schreiben wollten wir ihr ersparen: So reichten wir zwei Ankündigungstexte zur Wahl (zirka 100 bzw. 150 Wörter) nebst einem Foto ein. Genommen wurde natürlich die kürzere Version, die man am 29.4. (also schon drei Wochen vorher) abdruckte – natürlich ohne Bild. Über dreimal so groß prangte daneben der „süße“ Schnappschuss eines Amselnestes mit sperrenden Küken. In Pfaffenhofen kriegt man halt umso mehr Platz in der Zeitung, je weiter man den Schnabel aufreißt:



Da man uns angeboten hatte, kurz vorher nochmal eine Ankündigung unseres Tangokonzerts zu bringen, übersandten wir eine Erinnerung nebst unserem Foto: Diesmal hieß es nun, das Bild sei „zu stark bearbeitet“. Innerhalb von Minuten schickten wir ein zweites Foto (einen garantiert puren Handy-Schnappschuss) hinterher. Keine Reaktion – außer einem diesmal noch kürzeren Veranstaltungs-Hinweis.

Und natürlich erschien zu unserem Auftritt kein Reporter und somit auch kein Bericht über die Vorstellung (obwohl wir uns auch darum bemüht hatten).

Ich kenne allerdings im deutschsprachigen Raum kein abendfüllendes Programm, das Tangomusik von Villoldo bis Piazzolla mit Zaubereffekten und einer Moderation verbindet, welche sicherlich über die Ansage von Stücken weit hinausgeht. Das allein ist noch kein Qualitätsurteil – interessant genug für eine Rezension wäre es allemal gewesen.

Was uns in Pörnbach sicherlich fehlt, ist eine Lobby: Weder machen wir über eine Partei und die zugehörigen Stadträte Karriere noch haben wir Drähte zu irgendwelchen „wichtigen“ Zirkeln – schon gar nicht zum Magischen...

Ich schreibe diesen Artikel – wiewohl man mir das unterstellen wird – nicht aus Frust. Dazu haben wir keinerlei Grund: Das Konzert war (bis auf vier Plätze) beinahe ausverkauft, und wir erhielten begeisterten Zuspruch. Nur verdanken wir den kaum der Presse, sondern unserer lokalen Bekanntheit durch die hervorragenden Leistungen meiner beiden Musikerinnen.

Vielmehr geht es mir darum, den Hintergrund solcher Abläufe einmal darzutun: In Pfaffenhofen gibt es – vorsichtig formuliert – einen sehr kleinen Personenkreis, welcher bestimmt, was dort als künstlerisch hochwertig zu gelten hat. Und was nicht aus der Kreisstadt kommt (oder von weither teuer eingekauft wird), zählt halt nicht. So besuchte ich im zurückliegenden Jahr zwei sehr ansprechende Operettenkonzerte im Pfaffenhofener Rathaussaal, deren Veranstalter sich wohl ebenso wenig dieser Gnade erfreut. Resultat: keinerlei Rezensionen im „Pfaffenhofener Kurier“.

Spricht man privat mit Musikern, so wird das auch zugegeben. Öffentlich behaupten will das natürlich niemand – es könnte ja die restlichen Gigs auch noch gefährden.

Nur wird sich – wie üblich – durch Verschweigen nichts ändern. Und da ich in meinem hohen Alter wirklich nicht mehr von Engagements abhängig bin, fällt halt mir die Rolle zu, hier den Schnabel aufzureißen. Da dies weit weniger süß wirken dürfte als das obige Amselfoto, mache ich mir über die Außenwirkung keine Illusionen. Mir ist jedoch wohler, es einmal öffentlich gesagt zu haben.

Daher werde ich es gelassen ertragen, dass auch in Zukunft in Pfaffenhofen jedes auftretende Duo für Bierdimpfel (mit einem mehr oder weniger schönen Bild) seinen angemessenen Platz in der Lokalgazette erhalten wird. Ebenso wenig wird es meine Stimmung allerdings trüben, wenn die Zeitungen mal wieder über zurückgehende Umsätze und Stellenabbau jammern.

Die bösen Blogs und überhaupt das Internet bilden – nicht nur für die CDU – eine immer stärkere Konkurrenz.

Und das ist gut so.