Dienstag, 16. Oktober 2018

Schlagerkonzert in München


Am letzten Samstag war es endlich so weit: Unser lange vorbereitetes Schlagerkonzert ging über die Bühne des sehr schönen Theatersaals im MünchenStift an der Rümannstraße.

Wie sehr Senioren aufs Programm achten, erfuhr ich schon nach der ersten Moderation, als ein älterer Herr nach vorne kam und mich nachdrücklich darauf hinwies, bei den Hits der 1950-er Jahre den Rock‘n Roll nicht zu vergessen. Glücklicherweise hatten wir ein Stück von Elvis Presley im Programm…

Ansonsten gab es viel Nostalgie, alte Ohrwürmer und Schnulzen, aber auch Musik der Beatles und von ABBA. Beim Ausarbeiten der Moderation bin ich immer wieder überrascht, auf welch verschlungenen Wegen oft eine Komposition zum Welthit wird. Zusätzlich gab es auch Zauberei (so den „unerschöpflichen Wasserkrug“ – Ganga – nicht nur zum „Tag, als der Regen kam“), und ich durfte zwei Stücken (mittels Waschbrett und Rumba-Rasseln) etwas rhythmische Unterstützung verleihen.    

Unser Programm:

Am Tag, als der Regen kam
Volare
Lady Sunshine und Mister Moon
Schöner fremder Mann
Can’t help falling in love
Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn
Quando, quando, quando
Strangers in the night
All of me
My way
Penny Lane
All you need is love
Knowing me knowing you
Money, money, money
Bridge over troubled water
Ich war noch niemals in New York
Für mich soll‘s rote Rosen regnen

Das Salon-Ensemble Ingolstadt spielte diesmal in „großer Besetzung“:

Foto: Hartwig Simon
Von links nach rechts:

Hartwig Simon (Fagott)
Swetlana Gilman (Leitung; Violine)
Stephie Geith (Violine, Akkordeon)
Stephanie Fischer (Violine, Viola)
Karin Law Robinson-Riedl (Sopran)
Rudolf Eduard Laué (Bariton)
Beate Hacker (Saxofon, Klarinette)
Gabi Klaschka-Mamikonian (Klavier)
Gerhard Riedl (Moderation, Zauberei)

Es hat uns viel Spaß gemacht, in München aufzutreten – und wenn ich an unsere 10 Aufführungen der „Frau Luna” denke, wird mir nicht bange: Wir werden auch das Schlagerkonzert noch öfter spielen!

Montag, 8. Oktober 2018

Alexander Merk: Hinters Licht geführt


Nach längerer Zeit erlebte ich am Wochenende wieder einmal einen Kollegen live. Alexander Merk ist in der deutschen Zauberszene kein Unbekannter: Er erhielt etliche Preise und Auszeichnungen, allem voran seinen Deutschen Meistertitel in der Sparte „Allgemeine Magie“, den er bereits 2008 errang – und auch in diesem Jahr reichte es für den zweiten Platz und damit die Qualifikation zur Weltmeisterschaft.

Nach eigener Aussage zum ersten Mal präsentierte sich der nun in Berlin lebende Künstler in heimatlichen Gefilden: Am letzten Samstag zeigte er sein Bühnenprogramm in der Aula des Diedorfer Gymnasiums.

Die Selbstbeschreibung auf seiner Website hatte mich neugierig gemacht:

„Mit meiner Zauberei erzähle ich Geschichten. Alles, was bei mir auf der Bühne passiert, hat seine Bedeutung. Es gibt nicht nur einfache Effekte, sondern jedes Wunder hat immer eine eigene Dramaturgie. Das gibt der Magie eine ganz neue Seite. Bisher standen Zauberer auf der Bühne, zeigten Illusionen – und die Zuschauer durften darüber grübeln, wie diese funktionieren. Doch ich finde, dass Zauberkunst nicht auf das Geheimnis reduziert werden darf, denn es ist eine Kunstform, bei der es darum geht, die Menschen zum Staunen zu bringen.“

Tja, Alex, da sachste was! Ob man davon die deutschen Zauberfunktionäre – und, schlimmer noch – Veranstalter, Theaterbesitzer und Unterhaltungs-Redakteure wird jemals wieder überzeugen können? Ich habe es ein ganzes Zaubererleben lang versucht – mit marginalem Erfolg

Um es vorwegzunehmen: Das war nicht zu viel versprochen – ich habe den Abend wirklich nicht bereut! Alexander Merk gelangen wahrhaft poetische Programmteile:

Wie er einer Glaskugel (mittels der natürlich Kartenwerte erraten werden) per Pantomimentechnik Schwerelosigkeit verleiht, habe ich so noch nicht gesehen. Den Brainwave-Effekt (nebst einigen Animationen) kleidet er in die wunderbare Geschichte vom „Unsichtbaren Jaques“ – und als Höhepunkt die Szene mit der Pariser Tänzerin, in der sich schließlich ein vom Zuschauer gekennzeichnetes Seidentuch aus einer „durchgebrannten“ Scheinwerferbirne materialisiert. Als Zugabe schafft er mittels D‘Lites und den Handy-Lampen der Zuschauer ein irrlichterndes Meer im Saal. Wahrlich „hinters Licht geführt“!

Die Basis von Merks Arbeit ist grundsolide – er verfügt über eine blitzsaubere Manipulationstechnik, die er allerdings manchmal ziemlich frech einsetzt (wie bei seiner herrlichen Parodie auf den „Kugelfang“). Aber dank seines Charmes kommt er damit durch.

Apropos: Auf der Bühne steht ein äußerst freundlicher, ja liebenswürdiger junger Mann, dem die Sympathien gerade der weiblichen Zuschauer massenhaft zufliegen. Persönlich war mir die Rolle des „Schwiegermutters Liebling“ ein wenig zu dick aufgestrichen – etwas mehr darstellerische Breite (gerade bei den ernsten oder dramatischen Nummern) würde dem Programm guttun.

Sehr gefallen hat mir das spartanische Bühnenbild, das den Künstler in den Mittelpunkt stellt. Zumeist bedient er sich lediglich aus einer kleinen Requisitenablage und zaubert freihändig ohne Tische und anderes Beiwerk. Das macht sein Programm natürlich auch sehr anpassungsfähig hinsichtlich der oft abenteuerlichen Vorführbedingungen, mit denen wir Zauberer uns heute herumzuschlagen haben.

Die Sprache Alexander Merks hingegen ist opulent: Er kann sehr gut formulieren und verwendet witzige, geistreiche Texte. Leider gibt er auch hier seinem Affen recht viel Zucker und verfällt bisweilen in eine Geschwätzigkeit, die das Programm – vor allem im ersten Teil – ein wenig zerfahren wirken lässt. Daher halte ich sein Intro für missglückt: Ganz im heutigen Stil redet er erstmal ellenlang und steigt in eine Händeverschlingungsaktion mit dem Publikum ein. Ich hätte da viel lieber die schöne Chicagoer-Routine gesehen, mit der er nach der Pause loslegt.

Unglücklicherweise kann sich der Künstler nicht von zwei Moden lösen, die offenbar heute in der Zauberei zur „Pflichtübung“ verkommen sind: Man braucht ständig die Assistenz des Publikums – und fast alle Effekte müssen einen mentalen Anstrich haben. Persönlich nervt mich dieser ewige „Mitwirkungszwang“, der oft genug dazu führt, die Konzentration vom Künstler wegzunehmen. Und wenn ich nach der ersten Viertelstunde eh davon überzeugt bin, dass der Vorführende Gedanken und Zukünftiges erraten kann, wird das auf die Dauer etwas fad…

Gerne aber unterstreiche ich den Appell, den der Künstler zum Schluss seinem Publikum mitgibt: Mit guter Zauberei kann man durchaus eine Theaterbühne füllen – und auch einen Zuschauerraum wie den des Diedorfer Gymnasiums. Die Kunst des magischen Kammerspiels im Stil eines Johann Hofzinser oder Punx wird heute ja kaum noch gepflegt. „Hinters Licht geführt“ ist da wahrlich ein Hoffnungsschimmer.

Natürlich kann man von einem gerade einmal 31-Jährigen noch nicht die künstlerische Reife verlangen, welche diese Altmeister ausgezeichnet hat. Alexander Merk ist jedoch auf einem sehr erfolgversprechenden Weg. Hoffentlich findet er weiterhin Veranstalter, die den Mut aufbringen, etwas derart „Unzeitgemäßes“ anzubieten, das, wie der legendäre Marvelli jr. es einmal formuliert hat, „den Verstand stillstehen lässt, aber die Herzen bewegt“.

Abschließend eine kleine Kostprobe – die Auftrittstermine finden sich auf der Website des Künstlers!

Samstag, 6. Oktober 2018

Unser neues Schlagerkonzert


Liebe Freunde von Musik und Magie,

nach 10 Aufführungen der Operette „Frau Luna“ haben wir mit einem neuen Projekt begonnen:

Schlager und Popsongs der 50-er bis 80-er Jahre

Nach der Premiere" in Bad Gögging gibt es nun die nächste Version

am Samstag, 13.10.18

im MünchenStift / Haus an der Rümannstraße
Theatersaal
Rümannstr. 60
80804 München

15.30- 16.45 Uhr

Wir präsentieren bekannte Hits aus vergangenen Zeiten – von Schlagern wie „Volare“ und „Schöner fremder Mann“ über Evergreens („Strangers in the Night“, „My Way“) bis zu den Welterfolgen von ABBA und den Beatles.

Ich darf wieder als Zauberer und Moderator durchs Programm führen.

Das Salon-Ensemble Ingolstadt spielt in der Besetzung

Swetlana Gilman (Leitung; Violine)
Stephie Geith (Violine, Akkordeon)
Stephanie Fischer (Violine, Viola)
Hartwig Simon (Fagott)
Beate Hacker (Saxofon, Klarinette)
Gabi Klaschka-Mamikonian (Klavier)

Es singen:
Karin Law Robinson-Riedl (Sopran)
Rudolf Eduard Laué (Bariton)



Der Eintritt ist frei – es handelt sich jedoch nicht um eine öffentliche Veranstaltung. Verwandte und Freunde der Mitwirkenden haben aber Zutritt. Bei Interesse bitte ich um Anmeldung unter Tel. 08446-732 oder Mail an mamuta-kg(at)web.de

Herzliche Grüße
Gerhard Riedl

Mittwoch, 25. Juli 2018

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