Sonntag, 19. April 2026

Nachruf: Eckhard Böttcher

Mit großer Betroffenheit habe ich erfahren, dass der Zauberkünstler und Händler Eckhard Böttcher am 13.4.26 im Alter von 83 Jahren verstorben ist.

Der gelernte Buchhändler arbeitete zunächst in der Werbeabteilung der Firma Siemens, dann in der Zauberzentrale München.

https://www.muenchenwiki.de/wiki/Eckhard_B%C3%B6ttcher

Ich lernte seine „Zauber-Butike“ (gegründet 1981) durch die Empfehlung eines Kollegen kennen und war schwer beeindruckt von den „Zauber-Briefen“, in denen Böttcher seine Requisiten und Routinen anbot. Er verschickte keine Werbezettel, sondern eigentlich eine Zeitschrift, später sogar mit farbigen Abbildungen. 2013 hat Böttcher sein Geschäft verkauft. Es existiert noch heute – das Fluidum des einstigen Eigentümers ist natürlich verschwunden.

https://zauber-butike.de/

Kunststücke, die man bei Böttcher bestellte, kamen stets mit einer ausführlichen Beschreibung, meist sogar mit einem Vortrag und Vorführ-Varianten. Die große Mühe, die er sich damit gab, beweist seine Kreativität sowie Leidenschaft für die Zauberkunst. Mehrfach beklagte er sich darüber, dass nicht alle Kunden diesen Aufwand honorierten.

Heute habe ich einen Bericht entdeckt, in dem ein Kollege seine anfänglichen Erfahrungen mit Böttcher schildert:

https://staunen.wordpress.com/2014/04/11/personliche-erinnerungen-eckhard-bottcher/

Auf der Bühne gab Böttcher den charmanten Erzähler – im wahren Leben war er, glaube ich, ein sehr ernster Mann. Aber diesen Kontrast kennen wir ja von vielen Komödianten.

Meine Zauber-Schränke beherbergen eine Menge „Böttcher-Effekte“ – natürlich auch seine preisgekrönte Routine „Es beginnt mit einem Chip“, die wahrlich nicht einfach vorzuführen ist. Zu meinen besten Zauberzeiten hatte ich die Abfolge drauf – aber schon damals beanspruchte sie mein Konzentrationsvermögen bis an die Obergrenze.

In der Sendereihe des Bayerischen Rundfunks „Magisches Intermezzo“ (1979-1981) trat Böttcher mehrfach auf. Ich hörte einmal, sie sei die preiswerteste Fernseh-Produktion überhaupt gewesen: einfaches Bühnenbild, ein paar Zuschauer – und sie wurde viele Male (auch von anderen Sendern) wiederholt.

Glücklicherweise kann man die Folge, in der Böttcher seine Chip-Routine zeigt, noch anschauen:

https://www.youtube.com/watch?v=3LOXY8rbBK8

Die Leidenschaft des Kollegen galt den „Mikromagischen Kostbarkeiten“ – mit oft in kleiner Serie handgefertigten, wunderschönen Requisiten, die er auch zum Verkauf anbot.

Für mich wird aber die Nummer Eins stets seine Kreation „Tuch-Färbung-Tuch-Ei“ bleiben, mit der ich Eckhard Böttcher auf der Bühne erlebte und total „erschlagen“ war. Als er sie einige Jahre später (eher widerwillig) zum Verkauf anbot, hechtete ich zum Faxgerät! Ich habe das Kunststück in meinen Programmen zirka 400-mal gezeigt – und es war, zusammen mit dem Ringspiel, ein Erfolgsgarant, nach dem ich immer wieder gefragt wurde.

Vor drei Jahren habe ich die Böttcher-Routine in einem Video festgehalten.

https://diemagiedesgr.blogspot.com/2023/08/tuch-farbung-ei.html

Wie in vielen seiner Texte arbeitet Eckhard Böttcher hier mit einer feinen, augenzwinkernden Ironie und großer Lässigkeit. Ich glaube, auch er hatte das berühmten erzählenden Kollegen wie Punx und Marvelli abgeschaut, die auch mich in ihren Bann zogen:

https://diemagiedesgr.blogspot.com/2020/12/punx-und-marvelli.html

Der Verstorbene gehörte zur aussterbenden Spezies von Zauberkünstlern, für die das Wort, die Einkleidung und Präsentation mindestens ebenso wichtig waren wie der technische Effekt. Dass die Zauberei Botschaften jenseits von „Schaut her, was ich kann“ vermitteln sollte, ist in Vergessenheit geraten oder gilt jedenfalls als altmodisch.

Eckhard Böttcher hat meine Art des Zauberns maßgeblich geprägt – nicht nur durch seine Requisiten und Routinen, sondern vor allem durch den Geist, der dahinterstand.

Ich werde ihn nicht vergessen.

Mittwoch, 2. Juli 2025

Zaubern Schlag auf Schlag

Heftig zu ging es offenbar beim Auftritt eines Zauberkünstlers bei einem katholischen Kindergarten in München-Sendling: Als am Schluss der Vorstellung Kinder in seinem Auftrittsbereich herumwuselten, trat ein vierjähriger Junge gegen das Equipment des Magiers. Der revanchierte sich – auf bayerisch gesagt – mit einer kräftigen Watschn!

Nicht die Eltern, sondern offenbar ein anderer Gast des Festes rief die Polizei. Die nahm, was sollte sie auch sonst tun, eine Strafanzeige wegen Körperverletzung auf. Laut BILD-Zeitung meinte die Mutter des Knaben: „Mein Sohn hat gesagt, dass der Zauberer große Hände hatte.“ Gut, das hätte ihm als Warnung dienen können! Die Polizei riet, den roten Handabdruck im Gesicht des Knaben ärztlich untersuchen zu lassen.

Dank BILD ist es nicht schwer, auf die Identität des 60-jährigen Kollegen zu kommen: Er ist wohl Mitglied des Magischen Zirkels und kann eine Menge hervorragender Internet-Bewertungen vorweisen.

https://www.bild.de/regional/muenchen/muenchen-zauberer-soll-kita-kind-4-auf-sommerfest-geschlagen-haben-6864ef7e0e5e9466640ea5df

„Ich kann dazu nichts sagen. Es steht doch alles im Polizeibericht. Es ist Wahnsinn, was das für Kreise zieht“ erklärte der Künstler laut BILD.

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-sendling-kindergarten-zauberer-schlaegt-kind-polizei-li.3277164

„Jetzt drohen bis zu 5 Jahre Haft“ titelte der um Sensationen bemühte Münchner Merkur. Na ja, theoretisch schon. In Wirklichkeit wird es wohl auf einen Strafbefehl über eine zweistellige Zahl von Tagessätzen hinauslaufen.

Ich gestehe: Mir haben bei den vielen Kindervorstellungen, die ich gegeben habe, durchaus mal die Finger gejuckt. Glücklicherweise konnte ich mich beherrschen. Wie sich manche Kleinen bei solchen Anlässen aufführen, hätte mir aber zumindest mildernde Umstände eingebracht!

Aber natürlich sind es letztlich nicht die Kinder, sondern die Eltern und Betreuer, die sich idiotisch verhalten: Während vorne der Zauberer ums künstlerische Überleben kämpft, sitzt man im Hintergrund, trinkt ein gemütliches Bier und kümmert sich einen Dreck darum, dass die Kleinen über Tische und Bänke gehen. Vertraut ist mir auch der „Ansturm“ der Kids auf die Bühne am Ende des Auftritts, falls man es nicht in Windeseile schafft, seine Requisiten zu retten. Hilfe vom Veranstalter sollte man dabei lieber nicht erwarten.

Schon gar nicht, dass viele Eltern ihrem Nachwuchs beibringen, was man unter Respekt versteht! Oder gar unter dem Umgang mit Kunst.

Stattdessen ruft man wegen eines solchen Anlasses gleich die Polizei, welche aber in Fragen der Erziehungsberatung nicht zuständig ist…

Ich behaupte nicht, dass dies im konkreten Fall so ablief. Andererseits glaube ich nicht, dass der Kollege das Engagement angenommen hat, um Kinder zu verhauen. Eher ist zu vermuten, dass sich solche Situationen hochschaukeln.

Vor Kindern zu zaubern ist weit schwieriger als bei Erwachsenen. Dennoch wird es meist schlechter bezahlt. Es gibt etliche berühmte Kollegen, die sich stets geweigert haben, vor Kindern aufzutreten. Sie werden gewusst haben, warum!

Ein junger angehender Magier fragte mich einmal: „Ich habe das Angebot bekommen, bei einem größeren Kinderfest aufzutreten. Was soll ich verlangen?“ Meine Antwort: „Freien Abzug!“

Glücklicherweise gibt es auch Erwachsene, welche die Situation vernünftig beurteilen:

 

https://www.youtube.com/watch?v=zK3GfU2R4Q0

P.S. Zum Thema Kinderzauberei habe ich einen kleinen Vortrag veröffentlicht:

https://www.youtube.com/watch?v=t60VmTy00BU

Freitag, 2. Mai 2025

"Musik auf unsere Weise"

 

Liebe Musikfreunde,

unsere „Pörnbacher Sommerkonzerte“ haben inzwischen schon Tradition.

Bettina und Karin präsentieren in diesem Jahr Lieblingsstücke, die sie für ihr Duo arrangiert haben:

„Musik auf unsere Weise“

Das Programm geht von der Operette über das Musical bis zu Schlagern und Evergreens – und auch Tanzmusik wie Foxtrott, Walzer und Tango wird zu hören sein.

Die Damen erwarten euch am

Sonntag, den 18. Mai 2025 um 16.00 Uhr

im Pfarrheim Pörnbach, Kirchplatz 1

Es spielen für euch

Bettina Kollmannsberger (Akkordeon und Gesang)

Karin Law Robinson-Riedl (Gesang und Violine)

Eintritt: 8.- Euro (direkt an der Tageskasse)

Es sind noch einige wenige Plätze frei.

Wir bitten um Anmeldung:

Tel. 08446/732

Mail: klrobinson-riedl@web.de

Wir freuen uns auf euch!