Irgendwo
überm Regenbogen,
ganz
weit oben,
da
ist ein Land,
von
dem mir einst
ein
Wiegenlied erzählte.
So sagte ich
zu Beginn unseres Konzerts am letzten Sonntag den ersten Titel an: den Judy Garland-Klassiker „Over
the Rainbow“ – weltbekannt durch den Märchenfilm „Der Zauberer von Oz“.
Eigentlich
wollten wir unseren Auftritt „Chansonkonzert“
nennen. Bei der Programmplanung fiel mir jedoch immer mehr auf: Es gibt in
vielen Bereichen der Unterhaltungsmusik Stücke, bei denen der Text mindestens so wichtig ist wie die
Melodie. Daher boten wir eine sehr ungewöhnliche
Mischung aus Operette, Musical, Tango, Wienerlied, Filmmusik, Jazz sowie
Schlager und nannten das Programm „Lieder
mit Worten“.
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Duo Tango Varieté
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„Als geblüht
der Kirschenbaum“ aus Carl Zellers „Vogelhändler“ war ebenso
vertreten wie die Schlagobers-Weisen „In einem kleinen Café in Hernals“
sowie „In Wien gibt’s manch winziges Gasserl“ des unvergessenen Robert Stolz. An Caterina Valente erinnerten wir mit ihrem 1958er-Hit „Spiel
noch einmal für mich, Habanero“. Wir präsentierten ebenfalls den ersten
deutschen Siegertitel im europäischen Schlagerwettbewerb: Ralph Siegels „Ein bisschen Frieden“.
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Spiel noch einmal für mich, Habanero
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Aus dem
amerikanischen Filmmusical hatten
wir Fred Astaires „The Way you look Tonight“
sowie Gershwins „Love ist here to stay”
gewählt – und Chaplins „Smile“ durfte ebenso wenig fehlen.
Mit dem
Welthit „My Way“ untrennbar verbunden ist die Sänger-Legende Frank Sinatra – und meine Lieblings-Jazzballade
„Stardust“ musste schon
wegen des genialen Textes von Mitchell
Parish ins Programm.
Bei den Tangos fiel uns die Auswahl schwer –
schließlich entschieden wir uns für den Gardel-Klassiker
„Por
una Cabeza“ sowie für „Nunca tuvo novio“, das
neben der Gänsehaut-Melodie einen ganz ungewöhnlichen, poesievollen Text
besitzt. Dazu passte Kurt Weills
Ballade vom Land der Sehnsucht: „Youkali“.
Bei den deutschsprachigen Chansons musste mit „Über
den Wolken“ und „Gute Nacht, Freunde“ unbedingt Reinhard Mey vertreten sein – und Hildegard Knef mit „Für mich soll’s rote Rosen
regnen“.
Einen
Schwerpunkt bildete natürlich das französische
Chanson. Edith Piaf stellten wir
mit ihrem Welterfolg „La vie en rose“ vor – und vor allem
bei „Milord“
sorgten unsere beiden Musikerinnen mit ihrer Interpretation für atemlose
Momente. Wunderbar sensibel präsentierten sie ebenfalls Jacques Préverts „Feuilles mortes“.
Bei uns
weniger bekannt ist der französische Schauspieler und Sänger Charles Trenet, den wir in der
„Schlusskurve“ unseres Konzerts mit „La Mer“ und „Que
reste-t-il de nous amours?“ – „Was bleibt von unseren Liebschaften?“ vorstellten. Trenet hat dazu auch den wunderbaren Text verfasst:
Verblasstes Glück, Haare im Wind,
gestohlene Küsse, bewegende Träume:
Was bleibt von alledem?
Sag es mir!
Ein kleines Dorf, ein alter Kirchturm,
eine Landschaft, so gut versteckt,
und in einer Wolke das liebe Gesicht
aus meiner Vergangenheit
Da sicher
nicht alle Gäste die vier Sprachen
verstanden, in denen Karin die Stücke
vortrug, versuchte ich in meiner Moderation, mit der Übersetzung einiger Zeilen zumindest die Themen der einzelnen
Lieder zu erläutern.
Immer wieder
fasziniert bin ich von der musikalischen Symbiose des „Duo Tango Varieté“, deren Entwicklung ich in vielen Proben
verfolgen konnte. Bettina
Kollmannsberger ist nicht nur eine hervorragende Akkordeon-Spielerin, sondern übernimmt inzwischen mit ihrer schönen
Altstimme bei etlichen Stücken den Refraingesang
– wieder eine „Farbe“ mehr in der Darbietung!
Für meine Frau Karin stand bei diesem Programm natürlich der Gesang im
Vordergrund, wobei sie die Violinstimme bei vielen Titeln ebenfalls sehr
effektvoll einsetzte.
Für den Moderator
und Zauberer ist ein solches Team
eine „g’mahte Wiesn“ – man muss bei den Ansagen die eigene Begeisterung
wahrlich nicht schauspielerisch darstellen! Wir inspirieren uns gegenseitig.
Nach dem „Zauberhaften Tango“ vor mehr als zwei
Jahren war dies das zweite eigene Konzert in unserem Heimatort. Nicht nur wegen
Corona hatten wir uns entschlossen, es als private
Veranstaltung anzubieten. Unser „Fanclub“ in Pörnbach und anderswo ist groß
genug, dass wir auf öffentliche Werbung und das Gezerre mit der Lokalpresse verzichten
können, ob man uns in einem Fünf-Quadratzentimeter-Artikel ankündigt oder
hinterher einen nichtssagenden Bericht in ähnlicher Größe veröffentlicht.
Nein: Wir
spielen für die Leute, welche unsere Musik wirklich schätzen. Berühmt werden wollen wir nicht.
Ebenfalls
Glück hatten wir mit dem tollen Spätsommer-Wetter, so dass wir im idyllischen Hinterhof des Gasthauses Bogenrieder auftreten
konnten – im Freien ganz ohne Corona-Auflagen. Über 50 Besucher waren
gekommen, die uns viel Lob spendeten – und einige ließen den Abend mit einem
Essen im Biergarten gemütlich ausklingen. Sie
müsse erstmal emotional wieder runterkommen, meinte eine Besucherin. So war
das gedacht…
Als Zugabe
hatten wir Vera Lynns „We’ll meet again“ ausgesucht. Den Grund
erklärte ich in meiner abschließenden Moderation:
Dieses Konzert war eigentlich
geplant für den Juni 2020. Damals ging es leider nicht, aus bekannten Gründen. Das Ziel war
eigentlich immer: Wir werden unser Konzert noch einmal machen – so wie die
britische Sängerin Vera Lynn das in ihrem Lied für die Soldaten des 2.
Weltkriegs versprach, welches in der Pandemie-Zeit eine neue Bedeutung gewann
und wieder herausgebracht wurde:
Wir sehen uns wieder,
weiß nicht wo, weiß nicht wann.
Doch ich weiß:
Eines sonnigen Tages werden wir uns wiedersehen.
Behalte dein Lächeln, wie du es immer tust,
bis der blaue Himmel die dunklen Wolken vertreibt.
Wir werden uns wiedersehen!
Dies
ist nicht als vage Aussicht zu verstehen: Derzeit arbeiten wir an zwei neuen Konzert-Ideen. Und das wird
hoffentlich nicht wieder anderthalb Jahre dauern!
P.S. Für die schönen
Fotos danken wir Manuela Bößel und Gerhard Kollmannsberger!