Dienstag, 6. April 2021

Tischzaubereien 7: Ring in Salt

 

Ich weiß nicht mehr genau, wie diese Routine entstand. Fasziniert hat mich jedenfalls der wunderbar gearbeitete Salzstreuer, in den man einen Ring (oder einen anderen flachen Gegenstand) laden kann. Seine technische Ausführung ist so perfekt, dass bei über 80 Vorführungen noch niemand Verdacht schöpfte.

Ebenfalls sehr gut verarbeitet ist der Würfel, den man dank der Bohrung auf einen Zauberstab stecken und von diesem befreien kann, obwohl ein Zuschauer die Enden festhält. Statt des Würfels befindet sich nun ein Ring auf dem Stab!

Eine gigantische Idee steckt auch in dem „Geheimnisvollen Ringetui“, mit dem man zwei Ringe gegeneinander austauschen kann. Ich habe es vor über 30 Jahren bei der Zauber-Butike" erstanden.

Die Spannung entsteht bei diesem Effekt natürlich dadurch, dass der Gast, der seinen (hoffentlich wertvollen) Ring zur Verfügung stellt, meist doch etwas nervös ist, ob er den auch wirklich zurückerhält. Das kann man je nach Publikumsreaktion gut ausspielen!

Besonders aufregend kann es bei Hochzeiten werden, wenn die Braut ihren frisch angesteckten Ring wieder hergeben soll. In diesem Fall praktiziere ich das gute Stück anstelle eines Klöppels an eine Tischglocke. Der Bräutigam darf die Wanderung jeweils mit der „Hochzeitsglocke“ einläuten. Zum Schluss frage ich ihn dann: „Wissen Sie eigentlich, womit Sie die ganze Zeit läuten?“

Die Vortragsidee vom physikalischen Prinzip, dass ein und derselbe Gegenstand nicht an zwei Orten gleichzeitig sein kann, kommt meiner Erinnerung nach von Alexander de Cova. Das Resultat, dass zwischendurch zwar nicht dieselben, aber doch zwei gleiche Gardinenringe auftauchen, stammt meines Wissens vom Kollegen Perkeo. 

Spielen Sie mit dieser Idee! Es gibt ja viele Methoden, Ringe zu stehlen respektive auszutauschen. Wahrscheinlich schlummern solche Requisiten in Ihrem Zauberschrank.

Hierzu noch eine freche Idee des Kollegen de Cova für ein etwas größeres Publikum: Stecken Sie den auszutauschenden Ring auf einen Zauberstab nahe dessen Ende. Dort halten Sie das Teil, indem Sie Stab und Ring umgreifen. Lassen Sie einen Zuschauer seinen Ring auf den Zauberstab stecken, wo er nahe am gegenüberliegenden Ende landet. Wenden Sie sich dann um und gehen Sie einige Schritte zu Ihrem Zaubertisch, wobei Sie unter Deckung den Stab am anderen Ende nehmen. Dadurch verschwindet der echte Ring unter Ihrer Hand und der Fake-Ring wird frei!

Oder Sie nehmen ein ganz normales Schmucketui, in dessen Inneren bereits der auszutauschende Ring lauert. Auf der leicht nach oben gekrümmten Handfläche liegt das Behältnis, das Sie scheinbar aufklappen. In Wirklichkeit drehen Sie das ganze Teil nach oben Richtung Publikum. Der geliehene Ring landet auf der Handfläche, das ganze Etui wird dann mit Schwung heruntergeklappt, was ein Geräusch wie das Schließen eines Deckels erzeugt (tatsächlich stößt der Etuiboden auf den Ring). Stellen Sie den Behälter auf den Tisch, der Ring wird abpalmiert und dorthin gegeben, wo er hinterher erscheinen soll.

Oder Sie verwenden das bekannte „Ringtuch“ – aber bitte keines in der Größe eines Bettlakens!   

Leider bewirkt die Größe eines Fingerrings, dass man sehr gute Sichtverhältnisse und einen nicht zu großen Abstand benötigt. Daher ist der Einsatz auf ein eher kleines Publikum beschränkt.  

Das Video kann natürlich die realen Publikumsreaktionen nicht darstellen – außer der „Kamerafrau“ war nur noch meine Gattin anwesend. Trotzdem viel Vergnügen!


https://www.youtube.com/watch?v=xC9IBMQzhj8&t=22s

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